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Universität Graz Future Education - Forschungsnetzwerk der Universität Graz Forschungscluster Forschungscluster Pluralität und Diversität Projekt "Should I stay or should I go?"
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Beruf Lehrperson im Fokus: Größtes Forschungsprojekt zu Studien- und Berufsausstiegen gestartet

Mit dem Titel „Should I stay or should I go?“ wurde im März 2026 in Graz das bisher umfangreichste Forschungsprojekt Österreichs zu einem drängenden bildungspolitischen Thema offiziell gestartet. Im Zentrum stehen die Bedingungen und Prozesse rund um den Ausstieg aus Studium und Beruf im Lehramt – ein Problemfeld, das angesichts des akuten Lehrkräftemangels sowohl Universitäten als auch Schulen vor Herausforderungen stellt. Barbara Weißenbacher, Mitglied im Cluster Pluralität und Diversität, leitet das Projekt - gemeinsam mit Corinna Koschmieder von der PH Steiermark.

Projektleitung: Barbara Weißenbacher (Universität Graz) und Corinna Koschmieder (PH Steiermark)und ©Uni Graz/Marcel Jud
©Uni Graz/Marcel Jud
Barbara Weißenbacher und Corinna Koschmieder

„Die zentrale Frage, der sich das Projekt widmet, lautet: ‘Wie schaffen wir es, die zukünftigen und guten Lehrer:innen im Studium und der Schule zu halten?’. Dies ist ein Zukunftsthema der Bildung'", betont Projektleiterin Barbara Weißenbacher. Dieser Fragen gehen sechs Dissertationsprojekten unterschiedlicher Disziplinen auf den Grund, die gezielt verschiedene Abschnitte und Einflussfaktoren auf dem Weg in den Lehrberuf beleuchten.

Das interdisziplinäre Projekt verfügt über ein Gesamtbudget von 1,12 Millionen Euro, das vom BMB und vom BMFWF zur Verfügung gestellt wird. Der Ansatz ist umfassend: Das Projekt betrachtet den gesamten Werdegang angehender Lehrkräfte – von der Zulassung zum Studium über den Studienverlauf, den Berufseinstieg bis hin zum langfristigen Verbleib oder Ausstieg aus dem Schuldienst. Im Fokus steht dabei die Frage, wie und warum angehende Lehrkräfte den Weg verlassen – sei es schon vor Studienbeginn, während des Studiums oder nach dem Einstieg in den Beruf. Der Abbruch wird dabei nicht als punktuelles Ereignis, sondern als vielschichtiger, mehrphasiger Prozess verstanden, bei dem unterschiedliche Faktoren – von Motivation und Passung bis hin zu institutionellen Rahmenbedingungen – eine Rolle spielen.

  • Nicht-Eintritt: Warum beginnen zugelassene Interessent:innen das Lehramtsstudium nicht?
  • Frühe Abbruchgründe: Welche Rolle spielen Passung, Motivation und Studienumgebung in den ersten Semestern?
  • Interventionen: Wie lassen sich gezielte Unterstützungsmaßnahmen für Studierende entwickeln?
  • Belastungserleben: Welche dysfunktionalen Erlebens- und Verhaltensmuster führen zu frühen Berufsausstiegen?
  • Schulleitung: Welchen Einfluss haben Führungskultur und Arbeitsbedingungen auf den Berufsverbleib?
  • Quereinstieg: Unter welchen Bedingungen gelingt der Einstieg und die langfristige Bindung von Quereinsteiger:innen?

Getragen wird das Projekt von einem interdisziplinären Konsortium, an dem fünf österreichische Universitäten und Pädagogische Hochschulen beteiligt sind: 

  • Universität Graz
  • Universität Klagenfurt
  • Johannes Kepler Universität Linz
  • Pädagogische Hochschule Steiermark
  • Private Pädagogische Hochschule Augustinum

  1. Sind es die besser oder die schlechter geeigneten Kandidat:innen, die nach positiver Absolvierung des Zulassungsverfahrens ihr Studium nicht beginnen; die ihr Studium früh oder nach der ersten Schulpraxis abbrechen; die ihre Abschlussarbeiten nicht bewältigen? 

  2. Sind es die besser oder die schlechter geeigneten Lehrer:innen, die mit einer abgeschlossenen Ausbildung nicht in eine Schule gehen; die vom Berufseinstieg in den Berufsausstieg übergehen; die quereinsteigen und beschließen, wieder auszusteigen? 

Mit „Should I stay or should I go?“ setzt Österreich einen wichtigen Schritt, um die Ursachen für den drohenden Nachwuchsmangel im Lehramt besser zu verstehen – und damit gezielt wirksame Strategien für die Zukunft des Schulsystems entwickeln zu können.

Besonders freut Barbara Weißenbacher sich darüber, „dass ich mit vielen Kolleg:innen, mit denen ich schon lange kooperiere, wieder an einem neuen Projekt arbeiten kann und dass viele junge motivierte Leute mit eigenen Ideen dazukommen.“

Barbara Weißenbacher

Mag. Dr.rer.nat.
Barbara Weißenbacher

barbara.weissenbacher(at)uni-graz.at

+43 316 380 - 1708
Institut für Psychologie
nach Vereinbarung
https://psychologie.uni-graz.at/de/dips/team/barbara-weissenbacher/

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